Die Macht von Introvertierten Teil 2

Susan Cain, Autorin des Buches Still: die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt spricht in einem Video auf TED.com über die Macht von Introvertierten.

Sie spricht davon, dass wir die Stärken von Introvertierten stärker wertschätzen und mehr Rücksicht auf introvertierte Typen nehmen sollten. Dabei redet sie über einige Themen, um die es auch bereits im ersten Artikel zu Die Macht von Introvertierten ging.

Sie hat dazu drei Vorschläge, Introversion zu fördern.

Gemeint ist hier Introversion, also Menschen die sich am wohlsten alleine oder mit wenigen Menschen um sie herum fühlen, nicht Schüchternheit, also Menschen die in sozialen Situationen Angst vor der Beurteilung oder Zurückweisung durch andere haben.

Extrovertierte Welt

Die wichtigsten Einrichtungen in unserer Welt, nämlich Schulen und Arbeitsplätze, sind auf Extrovertierte ausgerichtet. Extrovertierte suchen nach Stimulation von außen, nach Kontakt mit anderen, Introvertierte nach Stimulation von innen.

“Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem besten Redner und den besten Ideen”

Dabei hat sich gezeigt, dass Introvertierte in der Schule meist besser abschneiden als Extrovertierte und introvertierte Manager oft bessere Ergebnisse erzielen, da sie vorsichtiger sind und ihren Mitarbeitern mehr kreativen Freiraum zur Entfaltung geben. Extrovertierte Manager sind dagegen oft so begeistert von ihren Ideen, dass sie ihren Mitarbeitern ihren Stempel aufdrücken. Auch das haben wir bereits ähnlich im Vorartikel zu Die Macht von Introvertierten gelesen.

Susan Cain beruft sich auch auf Carl Gustav Jung, der die Begriffe Introversion und Extraversion vor mehr als 90 Jahren erfunden hat. Schon er hat damals gesagt, dass es keinen puren, 100% Introvertierten oder puren, 100% Extrovertierten Typ gibt, sondern jeder auf einer Linie irgendwo dazwischen liegt. Die einen mehr in die eine Richtung, die anderen in die Andere. Manche liegen als sogenannte Ambiverte auch genau in der Mitte. Ein Thema, dass ich auch bereits im Artikel Gibt es Typen? angesprochen habe.

Kreativität

Einsamkeit und einsames arbeiten beschreibt Susan Cain als wichtige Quelle für Kreativität. Die besten Ideen kommen oft wenn man alleine ist und viele große Denker, Schreiber und Erfinder haben sich ihre Werke in Abgeschiedenheit und Ruhe erarbeitet.
Hier bringt sie das amüsante Beispiel von Apple-Mitgründer Steve Wozniak, der nach eigener Aussage nie so ein genialer Computerexperte geworden wäre, wenn er nicht so introvertiert gewesen wäre und deswegen sein Haus so selten verlassen hätte.

Drei Vorschläge

Zum Abschluss hat Susan Cain drei Vorschläge, wie die Welt für Introvertierte besser werden kann:

1. Nicht alles in Gruppenarbeit erledigen
Gute Teamarbeit und Kommunikation sind wichtig und notwendig. Aber es muss nicht alles in der Gruppe oder im Team erledigt werden. Menschen brauchen auch die Freiheit und Autonomie, etwas allein und selbstständig zu machen.

2. Mut zur Einsamkeit
Jeder sollte auch Zeit mit sich selbst verbringen. Egal ob in der Natur oder im stillen Kämmerlein zum nachdenken. Das ist ok und notwendig.

3. Mit der Welt teilen
Introvertierte sollten ihre Ideen, Stärken und Interessen nicht komplett für sich behalten. Wenn Sie introvertiert sind, zeigen Sie der Welt öfter was Sie können und was sie haben. Behalten Sie es nicht für sich, sondern sprechen Sie mit anderen darüber.

Das Video (auf TED.com sind auch deutsche Untertitel verfügbar):

Susan Cain zeigt durch ihr eigenes Beispiel, dass auch eine introvertierte Person problemlos eine Rede vor vielen Menschen halten kann. Eine extrovertierte Rede, wenn man es so will.

Fazit

Es geht hier nicht darum, Introversion besser darzustellen als Extroversion. Es geht darum, Introversion in ein besseres Licht zu rücken, da Introvertierte in unserer lauten, extrovertierten Welt oft ein schlechteres Image haben und manche Menschen denken, es stimme etwas mit ihnen nicht. Dabei haben beide Seiten haben Ihre Vor- und Nachteile. Wir sollten beide Seiten als normale und notwendige Eigenschaften wertschätzen.

Mehr über Susan Cains Ansichten zu Introversion findet sich auch hier oder hier und natürlich ausführlich in ihrem Buch Still: die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt:

Ähnliche Artikel: Introspektion, Intuition, Empathie, Warum Introvertierte anders auf Gesichter reagieren, Barrack Obama ist introvertiert!

Dieser Beitrag wurde unter Persönlichkeit, Tipps & Selbsthilfe abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Die Macht von Introvertierten Teil 2

  1. Hallo Lars,

    das Thema kommt jetzt immer geballter in die Öffentlichkeit. zur Zeit beim Spiegel:

    http://www.geistundgegenwart.de/2012/08/introversion-die-neue-mediale.html

    Hab mir das Magazin mal gekauft (bin kein Fan von) und werde lesen und auswerten.

    Mit besten Grüßen,

    Gilbert

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>