12 Tipps für mehr Resilienz

Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit

Resiliente Menschen haben sprichwörtlich eine dickere Haut. Gegen negative emotionale Einflüsse von außen und auch von innen. Wir alle wären gerne resilienter und widerstandsfähiger gegen Stress und Probleme. Ein großer Teil der Resilienz wird durch die Persönlichkeitseigenschaft Empfindlichkeit bestimmt (Fachbegriff: Neurotizismus). Daher können wir unsere Widerstandsfähigkeit nicht einfach so verändern. Wir können aber lernen, besser mit negativen Einflüssen umzugehen und so unsere Resilienz zu steigern.

12 konkrete Tipps für mehr Resilienz:

■       Sie sind nicht allein: Empfindlichkeit in ihren unterschiedlich starken Ausprägungen betrifft ca. 50 Prozent aller Menschen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, aber auch Männer sind bei Weitem nicht gefeit davor. Empfindlichkeit ist etwas ganz Normales.

■       Langsam machen: Wenn Sie sich gestresst fühlen, machen Sie langsamer. Reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit. Überlegen Sie, was wirklich wichtig ist und ob es wert ist, zu hetzen und sich stressen zu lassen.

■       Selbstkritik vermindern: Seien Sie nicht zu kritisch mit sich selbst. Es ist sinnvoll, ab und zu das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen, aber Sie sollten sich nicht ständig fertig machen wegen Fehlern oder Dingen, die Sie nicht ändern können. Erinnern Sie sich an Erfolge, daran, was Sie können, an Ihre Stärken. Bitten Sie eine vertraute Person um Hilfe, wenn Sie wissen wollen, ob Ihre Selbstkritik berechtigt ist. Wenn ja, gehen Sie Ihre Problempunkte objektiv an, ohne negative Bewertungen. Überdenken Sie negative Ereignisse nicht zu sehr, sondern versuchen Sie, damit abzuschließen.

■       Selbst in die Hand nehmen: Nutzen Sie negative Gefühle als Motivation, etwas zu verbessern oder positiv zu verändern. Oft fühlen wir uns als Opfer der Umstände und von außen gesteuert. Vieles haben wir aber selbst in der Hand und zumindest einen Teil von allem können wir beeinflussen und zum Positiven ändern – insbesondere unsere Reaktion auf diese äußeren Einflüsse. Ändern Sie daher das, was Sie ändern können, zum Positiven.

■       Gefühle ausdrücken: Finden Sie ein Ventil für Ihre negativen Gefühle. Das kann alles Mögliche sein: jede Art von Sport, Bewegung in der Natur, Engagement in einem Verein, einer Gruppe oder ein beliebiges anderes Hobby. Viele Menschen nutzen kreative Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Handarbeit, Malen oder Schreiben, um ihre Gefühlszustände zu verarbeiten. Für Künstler ist diese empfindliche Seite sogar oft eine der größten Inspirationsquellen. Sie brauchen aber gar nicht extra zum Künstler zu werden: Vielen Menschen hilft es bereits, ihre Gedanken strukturiert aufzuschreiben, sie sozusagen „wegzuschreiben“, z. B. in einem Tagebuch.

■       Darüber sprechen: Reden Sie mit anderen Menschen über Ihre Sorgen und Probleme, und zwar möglichst nicht erst dann, wenn sie bereits erdrückend sind. Ein Gespräch mit einem Freund kann viel helfen. Oft sieht dieser aus der Perspektive eines Dritten mehr positive Aspekte oder Veränderungsmöglichkeiten als Sie selbst.

■       Schüchternheit: Wenn Sie sich in Gegenwart anderer Menschen oft nervös und unwohl fühlen, leiden Sie wahrscheinlich unter Schüchternheit. Tipps dazu finden Sie in der Rubrik Schüchternheit.

■       Kein negatives Ventil: Achten Sie darauf, Ihre Gefühle nicht auf negative Weise zu verarbeiten. Das beinhaltet Aggressionen gegenüber anderen oder Ihnen selbst und vor allem auch Suchtverhalten, z. B. in Bezug auf Glücksspiele, Computerspiele, Essen oder schädlichen Genussmitteln wie Alkohol und Drogen. Wenn Sie Ihre Probleme über Suchtverhalten oder negative Ventile kanalisieren, wird das nichts lösen, sondern zu noch mehr Problemen führen. Suchen Sie sich stattdessen ein positives Ventil, eine produktive Beschäftigung, um Sorgen oder Druck loszuwerden. Falls Sie regelmäßig negative Ventile nutzen, lassen Sie sich von Familie und Freunden helfen oder suchen Sie sich direkt professionelle Hilfe.

■       Hilfe holen: Wenn Sie stark unter hoher Empfindlichkeit oder deren Symptomen leiden, zögern Sie nicht und holen Sie sich professionelle Hilfe, die speziell auf Ihr Problem ausgerichtet ist. Wenden Sie sich z. B. an eine Person Ihres Vertrauens, eine Selbsthilfegruppe oder direkt an einen Arzt. Im Zeitraum von einem Jahr leidet etwa ein Drittel aller Deutschen unter einer psychischen Störung, z. B. einer Angststörung, Alkoholmissbrauch oder einer Depression.  Ein Problem zu haben ist normal und Sie brauchen sich nicht dafür zu schämen.

■       Termin fürs Grübeln: Nachts im Bett, spät am Abend, wenn Sie gerade Stress oder viel Arbeit haben oder während eines Streits mit dem Partner ist es denkbar ungünstig, über negative Gedanken zu grübeln, zu diskutieren und alles hervorzuholen, was gerade falsch läuft. Sagen Sie sich „jetzt nicht!“ und machen Sie mit sich selbst einen Termin zu einer passenderen Gelegenheit, wenn Sie entspannter sind, einen klaren Kopf haben und besser damit umgehen können. Wenn Sie vor lauter Grübeln nicht schlafen können, stehen Sie auf, lenken Sie sich mit einer angenehmen Tätigkeit ab oder bewegen Sie sich und gehen Sie dann nach einer Weile wieder ins Bett.

■       Realitäts-Check: Überlegen Sie sich rational, ob Ihre Sorgen, Ängste und Probleme tatsächlich so schlimm sind, wie Sie denken, oder ob negative Gefühle Sie gerade überwältigen. Denken Sie nicht zu viel über diese Probleme nach und stellen Sie sich nicht so häufig selbst infrage. Denn meist ist diese Grübelei übertrieben. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Positives.

■       Optimismus: Denken Sie daran, dass sehr negative Phasen in der Regel vorübergehen. Es wird wieder besser und die negativen Gefühle gehen auch wieder vorbei. Das mag im Moment ein schwacher Trost sein, aber vielleicht hilft es, wenn Sie sich bessere Zeiten ins Gedächtnis rufen.

Mehr zu Widerstandsfähigkeit auch in der Rubrik Resilienz.

 

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5 Antworten auf 12 Tipps für mehr Resilienz

  1. Niklas sagt:

    Also die beste Methode um seine Resilienz zu steigern, ist in meinen Augen massiv Sport zu betreiben. Die emotionale Belastbarkeit ist zumindest bei mir extrem an die körperliche Vitalität gebunden. Wenn ich zu 100% “Fit” bin, wirft mich nichts aus der Bahn. Wenn ich aber krank, müde oder schwach bin, dann reicht schon eine Kleinigkeit.

  2. Alexander Kritzner sagt:

    Für mich das Wichtigste ist, dass ich gewisse Fundamente in mein Alltag habe. Das ist mein Krafttraining, wo ich mich versuche zu Überwinden. Meine gute Ernährung, wo ich daran denke die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und die Meditation, wo ich daran arbeite einen ruhigen und klaren Kopf zu haben. Die Drei Angewohnheiten sind meine Basis.

  3. Vanessa R sagt:

    Danke das du das “Darüber Sprechen” angesprochen hast. Das ist der Punkt, wo ich mir am schwersten tue. Ich schaffe es nicht offen über vieles zu Sprechen und die Probleme sammeln sich auf in mir. Ist wie negative Energie in mir.

  4. Nina sagt:

    Ich habe beschlossen das Problem komplett abzuschaffen. Z.B. eine Beziehung zu beenden, die nur Probleme macht oder den Anwalt, der nichts erreicht, zu wechseln. Denn so viel kann man nicht laufen oder trainieren.

  5. Mila sagt:

    Mein größtes Hindernis, ist, dass ich nie Hilfe angenommen habe. Ich wollte alle meine Probleme alleine bewältigen. Jetzt bin ich jedoch gewachsen und bin in der Lage auch Hilfe anzufordern. Mein Alltag ist dadurch viel einfacher geworden und ich habe weniger Druck, da ich meine Probleme offen ansprechen kann.

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