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Die Eigenschaften der Typen

 
Die Eigenschaften der Typen werden in vier Ebenen eingeteilt:

1. Energie: Extrovertiert oder Introvertiert
2. Denken: Praktisch oder Theoretisch
3. Entscheiden: Logisch oder Fühlend
4. Leben Geplant oder Spontan

Eine Kurzübersicht zu den Eigenschaften gibt es unter EDEL - Prinzip


Wichtig: jeder Mensch hat stets beide Seiten in sich. Die Ausprägung der einzelnen Seiten kann sehr eindeutig und stark sein, aber auch ausgeglichen. Einen ausführlichen Test mit entsprechender Einschätzung gibt es unter
TypenTest XL.


1. Energie: Extrovertiert oder Introvertiert  
Worauf man seine Energie richtet.
E mehr nach außen = Extrovertiert

Innerer Antrieb: Energie nach außen richten, auf soziale Interaktionen.

Extrovertierte Menschen richten ihre Energie mehr auf ihre Umgebung, auf Interaktionen mit anderen Menschen, Dingen etc.. Das bezieht sich sowohl auf körperliche wie auf geistige Aktionen: Extrovertierte zeigen sich gerne und teilen ihre Erlebnisse, Gedanken und Ideen leichter und öfter mit anderen als Introvertierte.

Sie nehmen ihre Umgebung stärker wahr als introvertierte Menschen und richten mehr Aufmerksamkeit auf das, was um sie herum vorgeht, als auf das, was in ihnen vorgeht. Dadurch wirken sie meist selbstbewusster als Introvertierte. Kontakt mit unbekannten Personen aufzunehmen sowie ihre Gefühle oder Meinungen offen zu zeigen fällt ihnen leichter, weswegen sie emotionaler wirken als Introvertierte.

Extrovertierte sagen meist direkt, was ihnen in den Sinn kommt, ohne es vorher lange zu überdenken. Der Gedanke nimmt also direkt den Weg zum Mund, ohne den Umweg vorheriger innerer Reflexion. Meist sprechen sie laut und lebendig.

z.B. gehen Extrovertierte schneller auf ihnen (noch) unbekannte Personen zu, suchen meist direkten Augenkontakt und sprechen andere an, noch bevor sie selbst angesprochen werden. Es fällt ihnen leichter, mit anderen ins Gespräch zu kommen und über sich selbst zu reden.

I mehr nach innen = Introvertiert

Innerer Antrieb: Energie nach innen richten, auf Beschäftigung mit sich selbst.

Introvertierte Menschen richten ihre Energie mehr auf ihr Inneres, auf Gedanken, Ideen, Wahrnehmungen ihres Körpers und Überlegungen. Sie behalten ihre Erlebnisse, Gedanken und Ideen lieber für sich und teilen sie nur mit ihnen nahestehenden Personen.

Sich selbst und ihre Gedanken nehmen sie stärker wahr als extrovertierte Menschen und richten mehr Aufmerksamkeit auf das, was in ihnen vorgeht, als auf ihre Umgebung. Dadurch wirken sie oft zurückhaltender und nicht so selbstbewusst wie extrovertierte Menschen. Ihre Gefühle oder Meinungen behalten sie oft für sich und Kontakt mit unbekannten Personen aufzunehmen fällt ihnen schwerer, weswegen sie weniger emotional wirken als Extrovertierte. Allerdings sind sie nicht weniger emotional, sie zeigen es nur nicht so deutlich.

Introvertierte überdenken etwas meist, bevor sie es sagen. Der Gedanke wird von ihnen also erst intern durchdacht, bevor er seinen Weg zum Mund findet und ausgesprochen wird. Meist sprechen sie zurückhaltender und monotoner.

z.B. brauchen Introvertierte länger, bis sie auf ihnen unbekannte Personen zugehen, bzw. warten oft, bis diese auf sie zugehen. Sie sind zögerlicher, mit anderen ins Gespräch zu kommen und vor allem wenn es darum geht, etwas Privates oder eher Intimes über sich zu verraten.

Ist Introvertiert = schüchtern, bzw. umgekehrt?
Nein. Introvertiert bedeutet nicht automatisch schüchtern. Introvertiert bedeutet lediglich, dass jemand seine Aufmerksamkeit mehr nach innen richtet, auf die eigene Wahrnehmung und Gedanken.

Schüchtern bedeutet dagegen, dass jemand auffallend zurückhaltend, scheu und gehemmt ist und dadurch oft Probleme bei der Kontaktaufnahme hat.

Dies kommt bei Introvertierten zwar viel häufiger vor als bei Extrovertierten, aber lange nicht jeder Introvertierte ist schüchtern. Auch Extrovertierte Menschen können schüchtern sein und Probleme mit der Kontaktaufnahme usw. haben.
Mehr dazu unter Tipps zu Schüchternheit


2. Denken: Praktisch oder Theoretisch
Wie
man Informationen verarbeitet:
P mehr direkt anhand bisheriger Erfahrungen = Praktisch

Innerer Antrieb:
sich an bekannten Dingen orientieren.

Praktisch Denkende Menschen orientieren sich an ihren bisherigen Erfahrungen, an dem was sie bereits kennen. Sie beschäftigen sich lieber mit etwas, dass sie kennen, als neue Dinge auszuprobieren oder sich über Ideen und Zusammenhänge Gedanken zu machen.

Sie denken mehr an die praktische und direkte Anwendung dessen, was sie wahrnehmen. Ihr Denken und Handeln richtet sich damit auf die reale, greifbare Welt, auf direkte Anwendungsmöglichkeiten und ihnen bekannte Vorgehensweisen.

Sie stehen meist mit beiden Beinen im Leben und können gut mit Alltagsdingen so wie mit Routinearbeiten umgehen. Mit abstrakten Ideen und komplizierten Gedankenkonstrukten ohne direkten praktischen Bezug tun sie sich schwer.

Sie interessieren sich mehr für die greifbare Sache an sich, als für die Bedeutung oder das Konzept das dahinter steht.

Wenn z.B. ein Praktisch Denkender einen Text liest, nimmt er ihn eher direkt wörtlich, er nimmt es in Gedanken so auf wie es da steht und sieht die Bedeutung der einzelnen Wörter bzw. Sätze.

T mehr indirekt über abstrakte Gedanken und Vorstellungskraft = Theoretisch

Innerer Antrieb: neue Möglichkeiten und Ideen finden.

Theoretisch Denkende Menschen orientieren sich an dem was machbar, was vorstellbar ist: welche Möglichkeiten, Vergleiche, Gedanken und Assoziationen sich aus etwas ergeben.

Natürlich orientieren sie sich auch an Erfahrungen und dem was sie bereits kennen. Sie suchen aber neue Zusammenhänge, Vorgehensweisen und Möglichkeiten in bekannten Dingen. Sie achten mehr auf das was zwischen den Zeilen steht und die tiefere Bedeutung von etwas.

Sie kommen mit Alltagsdingen und Routinearbeiten oft nicht so gut klar und werden oft als abgehoben oder unkonventionell gesehen, denn sie beschäftigen sich gerne mit abstrakten Ideen und Gedanken, die keinen direkten praktischen Bezug haben.

Sie interessieren sich mehr für die Bedeutung und das Konzept hinter einer Sache, als für die greifbare Sache an sich.

Wenn z.B. ein Theoretisch Denkender einen Text liest, nimmt er eher die Zusammenhänge des kompletten Textes war, sieht Metaphern und welche Bedeutung der Text im Gesamten hat, bzw. was für eine Bedeutung dahinter steht, den so genannten Subtext. Er nimmt den Text nicht so wörtlich.

3. Entscheiden: Logisch oder Fühlend
Wie
man Entscheidungen trifft:
L mehr nach Pro und Contra Argumenten = Logisch

Innerer Antrieb: logisch und objektiv nach dem sachbezogenen Nutzen zu entscheiden.

Logisch Entscheidende Menschen beurteilen Menschen, Situationen und Dinge nach positiven und negativen Aspekten.

Für sie ist es wichtig, dass etwas logisch und vernünftig ist. Sie sehen eher die Fehler, die etwas hat und sind kritisch gegenüber Dingen, die ihnen nicht logisch erscheinen. Die Gefühle, die sie oder andere dabei haben sind ihnen nicht so wichtig wie die Pro- und Contra Argumente einer Entscheidung und welcher Nutzen oder Schaden sich aus ihr ergibt. Sie fragen sich eher, ob sich etwas positiv oder negativ auswirkt und welcher Nutzen oder Schaden dadurch entsteht.

Mit unpersönlichen, sachlichen und materiellen Dingen können sie gut umgehen. Das Verständnis für Beziehungen, Stimmungen, Gefühle und (unlogisches) Verhalten von anderen fällt ihnen schwerer.

Wenn z.B. eine Kritik jemanden verletzen würde, aber offensichtlich nachvollziehbar ist, sprechen sie Logisch Entscheidende aus.

F mehr nach persönlichen und moralischen Werten = Fühlend

Innerer Antrieb: personenbezogen nach dem Einfluss auf sich und andere zu entscheiden.

Fühlend Entscheidende Menschen beurteilen Menschen, Situationen und Dinge nach einem gefühlsmäßigen Wertesystem.

Es geht bei ihnen darum, wie sich etwas auf sie und andere Menschen auswirkt, ob etwas moralisch vertretbar ist und wie es ihre Gefühle beeinflusst. Sie sehen mehr die positiven Seiten die etwas hat und wie sie mit anderen mitfühlen oder sie unterstützen können. Über Fehler oder Unlogisches können sie eher hinwegsehen. Denn die Einhaltung oder Nicht-Verletzung gefühlsmäßiger, menschlichen Werte ist ihnen wichtiger als Logik. Sie fragen sich, wie sie und andere sich bei etwas fühlen und ob es mit ihren Werten übereinstimmt oder sie verletzt.

Beziehungen, Stimmungen und Gefühle zu verstehen und damit umzugehen fällt ihnen leicht. Das Verständnis für unpersönliche, rein sachliche und materielle Dinge so wie rein logisches Verhalten anderer fällt ihnen schwerer.

Wenn z.B. eine Kritik offensichtlich nachvollziehbar ist, aber jemanden verletzen würde, sagen Fühlend Entscheidende sie durch die Blume oder gar nicht.
 

Entscheiden Logische Typen immer Logisch und zeigen keine Gefühle?
... und Fühlende Typen immer Fühlend und nie Logisch?
Nein. Es handelt sich lediglich um bevorzugte Eigenschaften, die bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Ein Typ der vorwiegend logisch denkt, trifft trotzdem auch gefühlsmäßige Entscheidungen. Er entscheidet nur meist automatisch und vorwiegend logisch, während fühlende Typen meist automatisch nach ihrem Gefühl urteilen.

Logisch zu denken bedeutet auch nicht, dass jemand keine Gefühle zeigt, denn das ist mehr davon abhängig, ob jemand Extrovertiert oder Introvertiert ist. Es bedeutet lediglich, dass die Person eher auf Basis rationaler Überlegungen entscheidet als auf Basis gefühlsmäßiger Überlegungen. Dadurch wirken Logische Typen kühler und weniger emotional, was aber nicht heißt, dass sie keine Emotionen haben. Sie handeln nur nicht vorwiegend nach ihren Emotionen, sondern nach rationalen Überlegungen.

Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Eigenschaften. Zum Beispiel machen auch Geplant lebende Menschen Spontane Dinge, aber sie bevorzugen es meist, wenn die Dinge vorher festgelegt sind.


4. Leben: Geplant oder Spontan
Wie man sein Leben führt:
G mehr strukturiert und zielstrebig = Geplant

Innerer Antrieb: sich zu kontrollieren.

Geplant Lebende Menschen leben strukturiert. Während für Spontane Menschen der Weg das Ziel ist, geht es Geplanten darum, das Ziel zu erreichen.

Ihr Motto lautet "Erst die Arbeit, dann das Spiel".

Sie arbeiten darauf hin, etwas zu Ende zu bringen, es fertig zu kriegen. Ablenkungen vermeiden sie wenn möglich komplett und konzentrieren sich auf das Erreichen des eigentlichen Ziels. Sie wissen gerne, was auf sie zukommt und machen gerne das, was sie sich vornehmen. Eine Aufgabe erledigen sie oft sofort, bzw. sobald es ihnen möglich ist, auch wenn sie nicht sofort erledigt werden muss.

Bevor sie etwas Neues anfangen, machen sie lieber mit dem Bestehenden weiter oder bringen es zu Ende.

G-Typen sind größtenteils diszipliniert und ordentlich.
Sie haben gerne (Zeit-)Pläne, Strukturen und Ziele, nach denen sie sich richten können. Am liebsten planen sie im Voraus wann und wie sie etwas machen und bereiten sich auf die Aufgabe und mögliche Probleme vor.

z.B. haben G-Typen im Beruf gerne Vorgaben und Pläne, nach denen sie sich richten können.

 

S mehr flexibel & in den Tag hinein = Spontan

Innerer Antrieb: offen zu bleiben.

Spontan Lebende Menschen leben flexibel. Während es geplanten Menschen darum geht, das Ziel zu erreichen, ist für Spontane der Weg das eigentliche Ziel.

Für sie sind Arbeit und Spiel/Spaß nicht zwei verschiedene Dinge, sondern sie wollen sie möglichst miteinander verbinden.

Ablenkungen sind ihnen willkommen und sie verfolgen sie gerne, auch wenn sie dadurch das Ziel erst später oder gar nicht erreichen. Sie halten sich alle Möglichkeiten offen und bringen Dinge erst im letzten Augenblick zu Ende. Daher nehmen sie sich nichts zu genau geplant vor, sondern warten lieber ab, wie sich etwas entwickelt. Eine Aufgabe erledigen sie erst, wenn sie dringend wird, bzw. zum letztmöglichen Zeitpunkt.

Statt an etwas Bestehendem weiter zu arbeiten oder es zu Ende zu bringen, fangen sie lieber mit etwas Neuem an.

S-Typen tun sich schwer mit Disziplin und Ordnung.
Sie gehen gerne flexibel an alles heran und entscheiden erst später, wie sie vorgehen. Am liebsten entscheiden Sie sich erst dann, wenn es soweit ist, also wenn eine Aufgabe oder ein Problem unmittelbar gelöst, oder eine Entscheidung gefällt werden muss.

z.B. haben S-Typen im Beruf gerne die Freiheit, ihre Aufgaben in der Reihenfolge und zu der Zeit zu machen, wie sie es möchten.

 

Perfektionismus
Wie äußert er sich bei Geplanten und Spontanen Typen?

Geplant Lebende wollen etwas ordentlich und fehlerfrei, sowie im Zeitrahmen zu Ende bringen.
Bei Typen die Geplant leben und gleichzeitig Praktisch denken, kommt noch dazu, dass sie sehr darauf achten, das alles so ist, "wie es sein soll", gemäß ihren bisherigen Erfahrungen und den allgemein üblichen Vorgehensweisen.

Bei Spontan Lebenden äußert sich der Perfektionismus anders: für sie bedeutet er, etwas nicht zu Ende zu bringen, bevor sie nicht alle Optionen kennen, alle Möglichkeiten ausprobiert oder durchgedacht haben. Sie bringen etwas oft nicht zu Ende, weil sie denken, es könnte sich noch etwas anderes ergeben, das es noch besser macht oder eine bessere Option bietet. Deswegen halten sie sich die Dinge lieber offen. Alle Optionen und Möglichkeiten zu berücksichtigen ist für sie wichtiger als zum Ziel zu kommen.

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Es gibt kein besser oder schlechter bei den Eigenschaften
Jede Eigenschaft ist wichtig, damit ein Mensch, ein Team oder eine Gesellschaft und das Zusammenleben funktionieren. Jede Eigenschaft erfüllt einen unverzichtbaren Zweck und hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Genauso wie jeder Typ.

Introvertierte Menschen werden genauso gebraucht wie Extrovertierte. Praktisch denkende sind genauso wichtig wie Theoretisch denkende. Logisch entscheidende genauso wie Fühlend entscheidende und Spontan lebende genauso wie Geplant lebende.

Ob eine Eigenschaft auf uns besser oder schlechter wirkt, liegt daran, ob ein Typ sie positiv oder negativ auslebt. Denn jede Eigenschaft bringt Beides mit sich: positive und negative Seiten.

z.B. kann jemand der Praktisch denkt, dies positiv nutzen um anderen dabei zu helfen etwas realistisch umzusetzen, realitätsnah und auf dem Boden zu bleiben und Ideen zu einer sinnvollen praktischen Anwendung zu führen.
Er kann es aber auch negativ ausleben und sich auf nichts einlassen, für das er keinen praktischen und direkten Nutzen sieht und jeden auch nur minimal abstrakten oder unrealistischen Gedanken von sich weisen, auch wenn dieser letztendlich einen praktischen Nutzen beinhaltet.

Mehr zu den Eigenschaften gibt es unter Umgang mit den anderen Typen.

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