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Persönlichkeitsstörungen - die 10 Häufigsten
 
Was ist eine Persönlichkeitsstörung?

Als Persönlichkeitsstörung wird ein problematisches Verhaltensmuster bezeichnet, das extrem von der normalen Persönlichkeit abweicht und in der Regel persönliches Leiden und soziale Probleme für die Betroffenen mit sich bringt.

Die 10 Gängigsten sind:

Paranoid, Schizoid, Schizotyp, Dissozial, Histrionisch, Borderline, Narzisstisch, Zwanghaft, Ängstlich, Abhängig.

 

Erklärung

Persönlichkeitsstörungen können sich auf Gefühle, Denken, Wahrnehmung, Beziehungen, und damit auf alle Bereiche des Lebens auswirken. Eine solche Störung kann sich bereits früh in der Jugend entwickeln oder erst im Verlauf des Lebens auftreten - wobei sie in beiden Fällen stabil und langfristig wiederkehrend ist, wenn es sich um eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung handelt. Zeigt jemand nur kurzfristig einige Symptome, spricht man noch nicht von einer Persönlichkeitsstörung. Leichte Anzeichen einer Störung kommen bei vielen Menschen vor und sind kein Grund zur Beunruhigung. Schwerwiegend Betroffene sind jedoch nicht in der Lage, ihr Verhalten anzupassen oder einfach durch Willenskraft zu ändern.

Die Hintergründe und Symptome von Persönlichkeitsstörungen sind komplex und vielfältig. Unterschiedlich ist auch stets das Ausmaß der Störung: zwischen einer leichten und einer extremen Ausprägung der Symptome liegt ein großer Unterschied. Daher geben die Beschreibungen auf dieser Seite nur einen groben Überblick der gängigen Definitionen. Es gibt diverse Zusammenhänge von Persönlichkeitsstörungen mit hohen Ausprägungen normaler Persönlichkeitseigenschaften.

Normale Persönlichkeitsmerkmale lassen sich im Typentest Persönlichkeitstest einschätzen.

Eine Erklärung und ein Test zu Persönlichkeitsstörungen findet sich in diesem Buch.
 

Die 10 häufigsten Persönlichkeitsstörungen
(nach Klassifikation von ICD-10 und DSM-IV, siehe Quellen*)
 

Paranoide Persönlichkeitsstörung
Bedeutet, starkes Misstrauen zu zeigen, hinter dem Verhalten anderer Menschen stets Feindseligkeit zu vermuten und sehr empfindlich gegenüber Zurückweisungen zu sein. Paranoide glauben oft an Verschwörungen gegen ihre Person, beziehen alles auf sich und interpretieren das Verhalten anderer unbegründet als feindselig. Sie sind oft streitlustig und beharren auf ihrem Standpunkt.
(Link zu Wikipedia)

Paranoide Menschen sind in der Regel stark ausgeprägt in der Eigenschaft Hart (niedrige Verträglichkeit) und zeigen Tendenzen zu Introvertiert, Praktisch (niedrige Offenheit für neue Erfahrungen), sowie Empfindlichkeit (Neurotizismus).

Schizoide Persönlichkeitsstörung
Bedeutet, sich von nahezu allen sozialen Kontakten zurückzuziehen und nur ein sehr geringes Maß an Emotionen und Freude zu zeigen. Schizoide sind stark in sich gekehrte Einzelgänger und verbringen ihre Zeit lieber in ihrer Fantasie als mit anderen Menschen. Auf die Gefühle anderer können sie nicht angemessen mit eigenen Gefühlsregungen reagieren.
(Link zu Wikipedia)

Schizoide Menschen sind in der Regel stark Introvertiert.

Schizotype Persönlichkeitsstörung (nicht das Gleiche wie schizoid)
Bedeutet, eine mangelnde Fähigkeit zu engen persönlichen Beziehungen bzw. im zwischenmenschlichen Bereich zu haben. Schizotype sind sehr exzentrisch und schrullig in ihrem Verhalten, Grübeln zwanghaft und entwickeln bizarre Ideen, da sie (teils starke) Verzerrungen in ihrer Wahrnehmung und ihrem Denken haben. Auf andere wirken sie zurückgezogen, kalt und unnahbar.
(Link zu Wikipedia)

Schizotype Menschen sind in der Regel stark Introvertiert und haben eine starke Ausprägung bei den Eigenschaften Theoretisch (Offenheit für neue Erfahrungen), Hart (niedrige Verträglichkeit), sowie Empfindlichkeit (Neurotizismus).
 

Dissoziale Persönlichkeitsstörung (auch antisozial, psychopathisch oder soziopathisch genannt)
Bedeutet, die Rechte von anderen und die Regeln der Gesellschaft gezielt zu missachten. Dissoziale bzw. psychopathischen Menschen fehlt das Schuldbewusstsein für unangebrachte Handlungen und das Einfühlungsvermögen für die Gefühle Anderer. Soziale Normen spielen für sie keine Rolle. Ihre Schwelle zu Frustration und Gewaltausübung ist sehr gering.
(Link zu Wikipedia)

Dissoziale Menschen sind in der Regel unempfänglich für negative Emotionen wie Angst oder Unsicherheit und haben daher eine sehr niedrige Empfindlichkeit (Neurotizismus), sind emotional also sehr widerstandsfähig, sowie eine starke Ausprägung bei Hart (niedrige Verträglichkeit).
 

Histrionische Persönlichkeitsstörung
Bedeutet, übertrieben emotionales und dramatisiertes Verhalten zu zeigen, dass oft geschauspielert ist. Histrionische Menschen haben ein extrem hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Anerkennung, Lob und verhalten sich entsprechend übertrieben, um diese Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie haben oft starke Gefühlsschwankungen in kürzester Zeit, sind impulsiv und rücksichtslos. (Link zu Wikipedia)

Histrionische Menschen sind in der Regel stark Extrovertiert und zeigen Tendenzen zu den Eigenschaften Theoretisch (Offenheit für neue Erfahrungen, speziell Fantasie und romantische Gefühle), Kooperativ (Verträglichkeit, besonders naives Vertrauen in andere) und Spontan (geringe Gewissenhaftigkeit).
 

Emotional Instabile / Borderline Persönlichkeitsstörung (oft gleichzeitig mit Narzissmus)
Bedeutet, intensiven Schwankungen in Stimmung, Gefühlen und Selbstbild ausgesetzt zu sein, ständig zwischen der "Grenze" z.B. zweier Gefühle hin und her zu wechseln, ohne diese Impulse kontrollieren zu können. Borderline Betroffene haben (unbegründete) Angst vor dem Alleinsein, neigen zu unkontrollierten Wutausbrüchen und Unsicherheit und haben daher meist instabile Beziehungen. Ihr Denken und Handeln im Bezug auf sich selbst ist oft sehr negativ. (Link zu Wikipedia)

Borderline Betroffene sind in der Regel stark ausgeprägt bei Empfindlichkeit (Neurotizismus), sowie eine leichte Tendenz zu der Eigenschaft Hart (niedrige Verträglichkeit).

 

Narzisstische Persönlichkeitsstörung (oft gleichzeitig mit Borderline)
Narzissmus bezeichnet allgemein Selbstliebe und bedeutet im Rahmen der Persönlichkeitsstörung, ein sehr geringes Selbstbewusstsein und ein negatives Selbstbild zu haben, aber gleichzeitig vor anderen sehr selbstbewusst aufzutreten. Narzissten halten sich für etwas Besonderes und Wichtig, suchen Anerkennung und Bewunderung. Gleichzeitig fühlen sie aber nur wenig mit anderen mit, sind manipulierend und reagieren sehr empfindlich auf Kritik. Oft haben sie ein verzerrtes Bild der Realität, sehen sich als überlegen und neigen zu Größenwahn. (Link zu Wikipedia)

Narzisstische Menschen sind in der Regel stark ausgeprägt bei der Eigenschaft Hart (niedrige Verträglichkeit).
 

Zwanghafte /Anankastische Persönlichkeitsstörung
Bedeutet, übertrieben genau, ordentlich und kontrollierend zu sein und sich sehr stur nach (eigenen) Regeln und dem selbst auferlegten Perfektionismus zu richten. An einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung leidende Personen sind extrem pedantisch, vorsichtig und unflexibel in ihrem Verhalten. Sie haben Angst Fehler zu machen und Zweifeln sehr viel. Ihr Verhalten ist häufig sehr rational geprägt und es fällt ihnen schwer, Emotionen ausdrücken. (Link zu Wikipedia)

Zwanghafte Menschen sind in der Regel stark ausgeprägt bei den Eigenschaften Geplant (Gewissenhaft) und Empfindlichkeit (Neurotizismus).
 

Vermeidende / Ängstliche Persönlichkeitsstörung
Bedeutet, übermäßig besorgt, angespannt und unsicher zu sein, sowie geringes Selbstvertrauen, Minderwertigkeitsgefühle und übertriebene Angst vor möglichen Gefahren zu haben. An der ängstlichen Persönlichkeitsstörung leidende Menschen sehnen sich ständig nach Akzeptanz, Zuneigung und Sicherheit und sind daher sehr empfindlich gegenüber Kritik und Abweisungen. Aufgrund dieser Angst und Vermeidung geraten sie oft in soziale Isolation. (Link zu Wikipedia)

Ängstliche Menschen sind in der Regel stark ausgeprägt bei Empfindlichkeit (Neurotizismus).

 

Abhängige Persönlichkeitsstörung
Bedeutet, sich hilflos, kraftlos und inkompetent zu fühlen und sich ohne eigenes Handeln auf die Entscheidungen anderer zu verlassen. Abhängige Menschen haben ein geringes Selbstbewusstsein, sind durchsetzungsschwach und passiv. Sie haben große Trennungsängste, zeigen daher ein klammerndes Verhalten und ordnen ihre Bedürfnisse unter die der Personen, von denen sie sich abhängig fühlen. (Link zu Wikipedia)

Abhängige Menschen sind in der Regel stark ausgeprägt bei den Eigenschaften Kooperativ (Verträglichkeit) und Empfindlichkeit (Neurotizismus).
 

Kombinierte Persönlichkeitsstörung
Bedeutet, wenn die problematischen Symptome nicht klar einer oder mehreren Persönlichkeitsstörungen zuzuordnen sind, sondern eine kombinierte Persönlichkeitsstörung aus verschiedenen Merkmalen zeigen, z.B. aus schizoidem und Borderline-Verhalten.

Mehr zu den oben erwähnten Persönlichkeitseigenschaften im Typentest Persönlichkeitstest.
 

Erkennen Sie sich selbst oder Bekannte in Teilen dieser Beschreibungen wieder?

Das ist noch kein Grund zur Besorgnis. Viele Menschen zeigen leichte Symptome einer oder mehrerer Persönlichkeitsstörungen. Es ist auch normal, dass wir uns in manchen Lebenslagen anders verhalten als sonst oder mit bestimmten Situationen nicht klarkommen. Problematisch wird es dann, wenn diese Störungen regelmäßig und wiederkehrend auftreten, Leid verursachen, und jemand selbst nicht in der Lage ist, sein Verhalten anzupassen bzw. zu ändern. Einen verlässlichen Persönlichkeitsstörung-Test um dies herauszufinden, gibt es nicht, nur ein Buch mit einem Kurztest. Wenn Sie denken, dass Sie an einer Persönlichkeitsstörung leiden, wenden Sie sich an einen Psychologen oder an Ihren Hausarzt.

Weiterführend:

Buchtipp
Ihr Persönlichkeits-Portrait: Warum Sie genauso denken, lieben und sich verhalten, wie Sie es tun
enthält einen Test für 14 Persönlichkeitsstörungen. Diese werden auf sehr menschliche Weise erklärt und an allen Störungen werden positive Seiten und sogar Stärken aufgezeigt. Dies ist etwas ganz Besonderes, dass sich nur in diesem Buch findet. Es enthält zudem Hilfe für Betroffene sowie Ratschläge für den Umgang mit ihnen.

In Der ganz normale Wahnsinn: Vom Umgang mit schwierigen Menschen wird auf amüsante Weise über die gängigen Persönlichkeitsstörungen berichtet. Das an sich ernste Thema wird locker und mit vielen Beispielen aufbereitet.
 

In meinem Buch Menschenkenntnis - Der große Typentest wird die normale Persönlichkeit unabhängig von Persönlichkeitsstörungen behandelt. Es beinhaltet einen ausführlichen Test, und zeigt auf, wie sich Stärken und Schwächen der eigenen Persönlichkeit erkennen lassen.

Ähnliche Themen: Depression, Resilienz, Vulnerabilität, Prokrastination, Empathie, Schüchternheit überwinden

*Quellen:
- ICD-10 und DSM-IV, sowie:

- Five-Factor Model of Personality Disorder: A Proposal for DSM-V, Thomas A. Widiger and Stephanie N. Mullins-Sweatt, 2009
-
Personality disorders and the five-factor model of personality (2nd ed.), Costa, Paul; Widiger, Thomas, 2002

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