Mehr Selbstvertrauen trotz Fehlern

Warum Fehler für unser Selbstbewusstsein wichtig sind

Einer von vielen Gründen, warum Menschen den Typentest Persönlichkeitstest machen, ist der, dass sie unsicher sind wer dieses ICH eigentlich ist, tief da drinnen in ihrer Persönlichkeit. Eine Analyse dieses Ichs kann dabei helfen, sich besser über sich selbst klar zu werden, über Stärken und Schwächen. Doch was ist der Unterschied zwischen Selbstvertrauen und Hochmut und was hat das mit unseren Fehlern zu tun?

Selbstvertrauen auf dem Seil / Foto von Snooker in Berlin

Evolution und Erfolg durch Fehler

Wer selbstsicher ist, kennt seine Stärken und seine Schwächen, braucht beides nicht zu verstecken. Er kann Unwissen oder Fehler zugeben, ohne sich dabei unwohl zu fühlen oder zu denken, er stehe vor anderen schlechter da, wenn eigene Schwächen sichtbar werden. Schließlich sind wir auf der Welt, um aus unseren Fehlern zu lernen. Man kann sogar sagen, Fehler zu machen ist essentiell, um überhaupt Erfolg haben zu können. Egal in welchem Bereich. Denn die gesamte  -menschliche und allgemeine – Evolution besteht aus nichts anderem als dem Lernen aus Fehlern und daraus folgend dem vermeiden eben dieser und dem Nutzen der erfolgversprechenderen Methode. Das gilt für die Evolution von Pflanzen und Tieren genauso wie für das menschliche Verhalten und unsere Persönlichkeit, denn auch diese ist durch eben diese Evolution entstanden. Wir haben uns so angepasst, dass wir mit möglichst vielen verschiedenen Herausforderungen umgehen können, z.B. durch Angriff, Verteidigung oder Flucht. Daher gibt es verschiedene Typen im Verhalten, z.B. introvertiert und vorsichtig oder extrovertiert und stürmisch. Was die vorzeitlichen Jäger und Sammler vor zigtausenden Jahren bei ihrem Kampf um das Überleben geprägt hat, prägt auch unser Verhalten heute noch. Am Besten sieht man das im Sport und bei allem, was mit Wettkampf zu tun hat. Denn Konkurrenzkampf ist eines der Grundthemen des menschlichen Verhaltens. Auch dort gilt: besser wird man nur dann, wenn man aus seinen Fehlern lernt. Das jemand von Anfang an etwas fehlerfrei kann, ist nicht möglich. Trial and Error gehört ganz normal zum Leben – wir lernen aus Fehlern und passen uns an.

Stärken und Fehler kennen

Daher gehört zur Selbstsicherheit, seine Fehler zu kennen. Denn wer sich seine Fehler und kleinen Schwächen nicht eingesteht, kann nur schwer mit ihnen umgehen und dementsprechend auch nicht daraus lernen, es besser zu machen oder sie durch Stärken auszugleichen. Wenn ich mir z.B. nicht eingestehe, dass ich immer unpünktlich bin, werde ich daran auch nichts ändern können. Zu einem gesunden Selbstbewusstsein gehört natürlich auch, seine Stärken zu kennen. Denn wer ausschließlich an seine Schwächen denkt, wird daraus kaum Selbstvertrauen ziehen können. Wir brauchen unsere Stärken zudem, um unsere Fehler ausgleichen zu können. Es ist daher sinnvoll, ab und zu eine Bestandsaufnahme zu machen: was kann ich gut, was sind meine natürlichen Stärken (Persönlichkeit) und was meine Anerlernten (Fähigkeiten)? Diese Stärken stehen am besten für sich selbst, ohne dass wir sie anderen Menschen ständig unter die Nase reiben. Denn Selbstsicherheit besteht nicht darin, ständig zu zeigen was man alles erreicht hat, gemacht hat oder kann. Ein unaufdringlicher Umgang mit Erfolgen wirkt meist wesentlich sympathischer und Selbstvertrauen heißt ganz einfach, dass man sich selbst vertraut – und nicht, dass man sich selbst präsentiert.

Fazit: Fehler sind ganz normal, notwendig und jeder hat sie. Seine Stärken UND seine Fehler und kleinen Schwächen zu kennen trägt entscheidend zur Selbstsicherheit bei.

Doch zwei Persönlichkeitseigenschaften wirken der Selbstsicherheit oft entgegen:

  • Introvertierte Menschen sind nicht nur von Natur aus weniger selbstsicher im Umgang mit anderen Menschen. Zurückhaltung wird leider manchmal auch als Arroganz oder Desinteresse gewertet, obwohl dies überhaupt keine Zusammenhänge hat. Ein großes Hindernis dabei, Selbstvertrauen zu entwickeln ist außerdem Schüchternheit: sie macht uns zu vorsichtig und unsicher gegenüber anderen Menschen. Da dies ein Problem von vielen Menschen ist, ist eine meiner meistbesuchten Seiten auch die mit Tipps gegen Schüchternheit.
  • Neurotizismus/Empfindlichkeit ist die größte Hürde gegen Selbstsicherheit. Empfindliche Menschen sind von Natur aus Zweifler, Grübler und unsicher, was sie selbst angeht – auch wenn es dafür oft gar keine rationalen Gründe gibt. Dagegen vorzugehen erfordert meist ein langfristiges Engagement, denn eine solche Persönlichkeitseigenschaft und Verhaltenstendenz lässt sich nicht von heute auf Morgen ändern.

Weiterführend: viele Tipps gegen Empfindlichkeit finden sich in meinem Buch Menschenkenntnis – Der große Typentest. Dort geht es ausführlich darum, Stärken und Schwächen in der eigenen Persönlichkeit zu erkennen, und es wird erklärt warum diese in unserer Evolution überhaupt entstanden sind.

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