Eine persönliche Geschichte über die Entwicklung des Typentests

Immer wieder werde ich gefragt, wie es zum Typentest Persönlichkeitstest gekommen ist, und was meine Motivation hinter der Seite ist. Die kurze Version, wie auch vor einigen Jahren unter Philosophie des Typentests erklärt:

der Typentest soll Menschen dabei helfen, sich besser zu verstehen. Es gab damals (2002) keinen guten deutschen Persönlichkeitstest im Internet. Da ich begeistert von den Möglichkeiten der Persönlichkeitseinschätzung war, habe ich kurzerhand einen eigenen Test + Seite dazu gemacht. 

Meine Motivation: ich schreibe, um Menschen dabei zu helfen, sich selbst und andere bessere zu verstehen. Um Erklärungen zur Persönlichkeit für jeden leicht verständlich zu machen.

Die lange Version:
Wie es zum Typentest gekommen ist – über Zufälle, Begeisterung und fehlendes Deutsch.

Angefangen hat alles vor 11 Jahren: im Jahr 2001 bin ich im Internet zufällig auf einen englischen Persönlichkeitstest nach Jungs Typologie/MBTI gestoßen (die entsprechende Seite gibt es mittlerweile nicht mehr). Ich war bereits seit langem Fan von derartigen Tests, aber bisher hatte ich noch keinen gefunden, der über das übliche Frauenzeitschriften-Psychotest Niveau hinausging. Keinen mit echter Grundlage oder echter Aussage im Ergebnis. Anders bei diesem Test: ich war sofort begeistert und verblüfft wie treffsicher das Ergebnis war (damals eine der Beschreibungen Keirseys). Es hat mich schlicht und einfach umgehauen. Und das, obwohl bei meinem ersten Test das englische Äquivalent zum ETKS Komiker als Ergebnis herauskam, sich aber später zeigte, dass ITKS Träumer eher auf mich passte (und ich heute weiß, dass es auch Mischtypen gibt und man sich ganz normal in mehreren Typen und Eigenschaften wiederfinden kann). Dem etwas daneben liegenden Ergebnis zum Trotz konnte mir zum ersten Mal jemand ganz simpel erklären, wer ich bin. Einfach und tiefgreifend. Warum ich mich so verhalte, wie ich es tue. Was der Unterschied zwischen mir und anderen Menschen ist, und dass dies ganz normal und völlig in Ordnung ist, so wie es ist.

Charakterfindung 2.0

Man kennt das ja: besonders als Jugendlicher – bzw. in meinem Fall als damals junger Erwachsener – fühlt man sich unsicher was die eigene Person angeht. Man weiß nicht so recht wer man eigentlich ist, und viele fühlen sich in dieser Zeit auch als Außenseiter. Besonders Menschen mit der Persönlichkeitseigenschaft theoretisch, die eher ungewöhnlich denken, geht das so (siehe dazu auch Interview mit Lars Lorber von Svenja Hofert und der Nerd-Faktor). Da ist so ein Persönlichkeitstest, der einem das eigene Wesen anschaulich erklärt und bestätigt, natürlich eine willkommene und sehr hilfreiche Sache.

Nun war ich begeistert von Persönlichkeitstest und Ergebnis. Ich habe recherchiert um mehr darüber herauszufinden, was gar nicht so leicht war: man glaubt es kaum, aber 2002 Jahren steckte Google als Suchmaschine noch in den Kinderschuhen und war den meisten unbekannt, so auch mir. Dennoch wurde ich zahlreich fündig: es gab dutzendweise englische Webseiten mit Tests und Beschreibungen zu den 16 Typen nach Jung und MBTI/Keirsey. Ich verschlang also fortan alles, was ich zur Typologie finden konnte, importierte Bücher aus den USA und las mich quer durchs Internet, bis ich alles über die Typologie und deren Hintergründe wusste.

Eines verblüffte mich dabei nachhaltig: neben den Unmengen an englischen Webseiten und Büchern ließen sich keine deutschsprachigen Informationen dazu auftreiben. In den USA war diese Typologie  eine Riesensache, weithin bekannt und genutzt. In Deutschland jedoch: Fehlanzeige. In meinem Umfeld kannte es niemand, keiner hatte jemals davon gehört. Selbst an Büchern zum Thema gab es damals kein ordentliches auf deutsch. Die wenigen erhältlichen deutschsprachigen Informationen nutzten zudem alle die englischen Bezeichnungen, anstatt ins deutsche übersetzte Begriffe (obwohl kurioserweise die deutschen Begriffe nur Übersetzungen der im Original deutschen Bezeichnungen von Jung sind). Diese fehlende Übersetzung ist auch heute noch ein absolutes Unding beim MBTI, denn so entsteht eine unnötige Sprach- und Verständnisbarriere. Unverständlich bei einem so komplexen Thema wie einem Persönlichkeitstest, der eigentlich so leicht verständlich wie möglich sein sollte. Beim MBTI werden bis heute im Deutschen die englischen Begriffe benutzt – einer der Gründe, warum der MBTI in Deutschland so unbekannt ist. 

Die Entwicklung des Typentests

Persönlichkeitstest und Ergebnis hatten mir damals sehr weitergeholfen. Ich fand es gleichzeitig aber außerordentlich Schade, dass diese Informationen nirgends deutschsprachig zur Verfügung standen und so den meisten Deutschen vorenthalten wurden. Schnell war die Idee geboren, dies zu ändern und ich plante und entwickelte. Ein Jahr später, im Jahr 2002, nach viel Überlegungen und Arbeit, war es dann soweit: mein eigener Persönlichkeitstest zur Typologie, komplett mit von mir entwickelten deutschen Begriffen und Erklärungen, ging online unter www.typentest.de.

Ich bekam viel positive Rückmeldungen zur Typentest-Seite, verbesserte und erweiterte sie von da an stetig. Auch wenn das jetzt kitschig klingen mag: mein Ziel mit der Seite war von Anfang an, Menschen dabei zu helfen, sich selbst und andere besser zu verstehen. “Warum bin ich so wie ich bin?” und “Warum sind Andere anders als ich?” sind grundlegende Fragen, für deren Beantwortung man nicht gezwungen sein sollte, Geld auszugeben und auf die man ehrliche Antworten erhalten sollte, frei von kommerzieleln Interessen hinter dem Vetrieb eines bestimmten Systems (wie z.B. bei  Mbti, Disg und Reiss Profile leider der Fall). Daher ist bis heute alles auf Typentest.de kostenlos. Die Seite ist heute nach wie vor die größte und umfangreichste deutschsprachige Website zum Thema.

Was bringt die Zukunft für den Typentest?

Noch viel mehr von Allem!

Seit einigen Jahren werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Big Five und anderer Persönlichkeitsforschung mit in den Typentest einbezogen. Das ist eine absolute Neuerung und macht auch im amerikanischen Sprachraum bisher niemand – obwohl es vielfach in wissenschaftlichen Studien vorgeschlagen wurde. Dadurch wird sich der Typentest Schritt für Schritt verändern und verbessern, wie z.B. mit dem Typentest XL bereits geschehen.
Ich arbeite im Hintergrund also an vielen Neuerungen und es wird in Zukunft eine Menge Neues und auch einige Überraschungen geben…

Also seid gespannt und bis dahin viel Spaß mit dem Typentest!
Lars

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