Valentinstag-Spezial: Liebe & Partnerschaft

Zum Valentinstag gibt es die neue Rubrik Liebe & Partnerschaft.

(Eigentlich ist es nur Zufall, dass diese Rubrik genau jetzt fertig wird, ich arbeite nämlich schon seit längerem daran. Aber welcher Tag könnte passender sein zur Veröffentlichung?)

Ich habe mich schon lange damit beschäftigt wie die Typologie und der TypenTest Persönlichkeitstest mit der Partnerwahl zusammenhängen. Im MBTI-Bereich gibt es hierzu jede Menge Bücher, die darin vertretenen Meinungen könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein: die einen sind davon überzeugt das sich Gegensätze anziehen und eher möglichst unterschiedliche Typen ein passendes Paar ergeben (ähnlich wie es auch bei Socionics / der Sozionik postuliert wird). Andere sind überzeugt davon, dass eher möglichst ähnliche Typen zusammenpassen (auch ich war dieser Meinung).

Nun fragt man sich, wieso so viele „Experten“ zu dem Thema so unterschiedliche, gegenteilige Meinungen haben.

Die Antwort: sämtliche Theorien sind falsch. Und auch ein bisschen richtig. Verwirrt?

Erklärung: in Wahrheit passt jeder Typ zu jedem Typen.
Ich habe alle auffindbaren ernsthaften wissenschaftlichen Studien zum Thema Typologie und Partnerschaft durchgewälzt. Es ist eine überschaubare Anzahl, aber wenn man die zu Mbti, Jung und Big Five (die mit dem Mbti vergleichbar sind, siehe hier) zusammenzählt, sind es doch genug um zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen, bei dem sich alle Studien im Wesentlichen einig sind:
Die Verteilung von den verschiedenen Typen bei Paaren und in Beziehungen ist sehr gleichmäßig. Es gibt weder eine Tendenz zu ähnlichen, noch zu komplett unterschiedlichen Typen in Partnerschaften. D.h. es gibt z.B. ungefähr gleich viele Paare von IPHG Inspektoren mit ETKS Komikern wie Paare von ETKS Komikern mit anderen ETKS Komikern. Auch was Konflikte in Beziehungen angeht, sind alle Kombinationen an Typen davon betroffen. Lediglich die Art der Konflikte ist unterschiedlich.
Mich haben diese Ergebnisse überrascht, denn auch ich dachte, dass es hier durchaus gewisse Zusammenhänge gibt. Doch sämtliche Studien beweisen das Gegenteil.

Natürlich gibt es persönliche Vorlieben, das sich manche Menschen von einem bestimmten Typ oder bestimmten Typen besonders angezogen fühlen. Das erklärt, warum es so viele unterschiedliche Meinungen zum dem Thema gibt.
Aber allgemein zeigen die Ergebnisse der Studien über Partnerwahl bei Mbti & Big Five vor allem eins: der Persönlichkeitstyp ist nur eines unter vielen Merkmalen die bei der Partnerwahl eine Rolle spielen (beim Enneagramm, Disg oder Reiss Profile gibt es keinerlei derartige Studien).
Und: Partnerbörsen die als Matching-System einen Persönlichkeitstest mit Typologie, Mbti oder Big Five benutzen sind zwar hilfreich wenn man nach einem bestimmten Typ sucht, aber Empfehlungen welcher Typ am Besten zu wem passt sind meist vor allem eines: falsch.

Erfreulich abheben von diesen ganzen Theorien tun sich da die Bücher von Barron-Tieger: dort gibt es keine Empfehlungen welcher Typ zu wem passt (denn es gibt keine Bevorzugungen, das haben die Autoren richtig erkannt), sondern es gibt stattdessen ausführliche Beschreibungen WIE die verschiedenen Typen am besten miteinander auskommen in einer Beziehung. Also worauf z.B. sehr ähnliche oder sehr unterschiedliche Typen achten müssen, z.B. wie Introvertierte besser mit Extrovertierten umgehen können usw. Solche Tipps werde ich zukünftig auch vermehrt in den Typentest einbauen (siehe hier). Sehr Interessant und umfangreich ist dazu auch die Seite von Alfred Gessl über die Beziehungen der Typen.

Der komplette Artikel und eine Angabe aller Studien und Quellen findet ihr in der neuen Rubrik:

Liebe & Partnerschaft im Typentest

Ähnliches Thema: Persönlichkeitstests bei Partnervermittlungen nutzlos?!, Umgang mit den anderen Typen, Empathie, Prokrastination, Schüchternheit überwinden

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One Response to Valentinstag-Spezial: Liebe & Partnerschaft

  1. Frank Lavario sagt:

    Bravo, endlich mal jemand, der nicht den ganzen pseudowissenschaftlichen und esoterisch angehauchten Mainstream-Theorien folgt, sondern statt dessen fundiert dagegen hält. Weiter so!

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